Andere ausgewertete Daten
Neben der oben (D.IV) beschriebenen Massenauswertung von Primärquellen wurden weitere Primärquellen ausgewertet, die einer automatisierten Auswertung nicht zugänglich waren. Dazu zählen Bücher von AfD-Politiker*innen, Interviews und Beiträge in Print- und Onlinezeitschriften aus dem Parteivorfeld sowie Videos von Streamer*innen und sogenannten alternativen Medien.
Zudem wurden als Sekundärquellen wissenschaftliche Fachliteratur und journalistische Berichte herangezogen. Dies betrifft vor allem den Sachbericht zur AfD (dazu unter Teil 1), der Strukturen und Kontexte beschreibt, jedoch keine juristische Subsumtion vornimmt.
Sachverhalte und Aussagen aus journalistischen Quellen lassen sich teilweise nicht unabhängig verifizieren. Das gilt insbesondere für Informationen aus parteiinternen Quellen — etwa mündliche Aussagen oder weitergegebene interne Dokumente —, die darüber hinaus Perspektiven und Wertungen der jeweiligen Informant*innen widerspiegeln können. Gleiches gilt für Einordnungen und Bewertungen der Autor***innen selbst.
Interne Parteidynamiken, etwa informelle Netzwerke, innerparteiliche Konflikte oder organisatorische Abläufe, lassen sich allein anhand öffentlich zugänglicher Primärquellen häufig nicht rekonstruieren. Journalistische Artikel und Recherchen bilden daher in der Politikwissenschaft eine etablierte Grundlage zur Beschreibung solcher Strukturen. Sie unterliegen publizistischen Sorgfaltspflichten und redaktionellen Kontrollmechanismen.
Die Einordnung zentraler Sachverhalte — etwa informeller Netzwerke oder der Machtstellung einzelner Akteur*innen — stützt sich dabei nicht auf einzelne Quellen. Sie ergibt sich vielmehr aus dem Gesamtbild mehrerer Berichte: entweder, weil verschiedene Quellen unabhängig voneinander denselben Sachverhalt schildern, oder weil sich eine Bewertung erst aus der Zusammenschau unterschiedlicher Berichte ergibt, die jeweils verschiedene Aspekte beleuchten.