Konflikt um Höcke und Petrys Scheitern (2017–2019)
Im Januar 2017 löste Höcke mit einer Rede vor der Jungen Alternative in Dresden einen schweren innerparteilichen Konflikt aus. Er forderte eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad”
Der Ausschluss Höckes wurde auch von der Alternativen Mitte gefordert, einer nationalkonservativen Arbeitsgruppe innerhalb der Partei, die sich 2017 gründete und sich gegen den „Flügel” positionierte. Petry begrüßte die Gründung, während Gauland ihr inhaltlich nicht zustimmte. Meuthen reagierte ebenfalls zurückhaltend
Das Ausschlussverfahren gegen Höcke wurde im Mai 2018 durch das Thüringer Landesschiedsgericht zurückgewiesen.
Petry wurde in der Partei zunehmend isoliert. Ihr „eigenmächtige[r] Führungsstil”
Im Vorfeld des Bundesparteitags in Köln im April 2017 verschärfte sich der innerparteiliche Konflikt um die strategische Ausrichtung der AfD. Petry versuchte, eine grundlegende Richtungsentscheidung herbeizuführen. Mit zwei Anträgen zielte sie auf einen
realpolitischen Weg einer bürgerlichen Volkspartei, um innerhalb der kommenden Jahre grundsätzlich in der Lage zu sein, relative Mehrheiten auf allen politischen Ebenen erzielen zu können und damit als stärkster oder mindestens gleichrangiger politischer Partner in Parlamenten richtungsweisende Politik umsetzen zu können.
Die Partei sollte koalitionsfähig werden und sich damit von der Strategie der Fundamentalopposition (dazu unter Teil 3 F.II.2.b)) distanzieren, die ihre innerparteilichen Gegner*innen verfolgten. Zudem wollte Petry im Grundsatzprogramm festschreiben, dass „rassistische, antisemitische, völkische und nationalistische Ideologien”
Auf dem Parteitag selbst scheiterte dieses Vorhaben. Die Delegierten beschlossen, Petrys Anträge nicht zu behandeln. Damit unterblieb eine offene inhaltliche Klärung. Gegner*innen warfen ihr vor, künstlich Gräben in die Partei zu reißen. Kurz vor Beginn des Parteitags kündigte Petry an, nicht als Spitzenkandidatin anzutreten.
Auf dem Parteitag positionierte sich Meuthen in seiner Eröffnungsrede deutlich gegen jede Form der Annäherung an und Zusammenarbeit mit den etablierten Parteien.
Anstelle von Petry wurden Gauland und Alice Weidel als Spitzenkandidat und Spitzenkandidatin gewählt. Sie führten die Partei im Bundestagswahlkampf 2017 und erzielten mit 12,6 Prozent
Auf dem Parteitag in Hannover im Dezember 2017 wählten die Delegierten Gauland neben Meuthen zum Co-Bundessprecher. Gauland galt (und gilt bis heute) als Integrationsfigur, der über die Lager hinweg Vertrauen genoss