Seit Jahren gelten der ungarische Politiker Viktor Orbán, der das Amt des Ministerpräsidenten von 2010 bis 2026 innehatte, und seine Partei Fidesz der AfD als politisches Vorbild. Nachdem Fidesz aus der Europäischen Volkspartei (EVP) ausgetreten ist, bot Jörg Meuthen 2021 an, gemeinsam eine neue Fraktion im Europäischen Parlament zu gründen oder sich der ID-Fraktion anzuschließen. Orbán reagierte darauf nicht.
Alice Weidel äußerte wiederholt ihre Bewunderung für Orbán und bezeichnete Ungarn im Februar 2026 als „Land der Freiheit”. Bereits ein Jahr zuvor — noch vor der Bundestagswahl — reiste sie nach Ungarn und trat mit Orbán vor die Presse. Dort sagte sie, Ungarn sei ein „Bollwerk gegen illegale Migration” und lobte eine Politik, die sich gegen eine übermäßige Einflussnahme der Europäischen Union zur Wehr setze. Zugleich bekräftigte sie das Ziel, die Kompetenzen der EU zugunsten der Nationalstaaten zurückzudrehen. Für den Fall einer Regierungsbeteiligung versprach Weidel: „Wir werden dem Pfad von Ungarn, unserem großen Vorbild, folgen.”
Zu diesem Zeitpunkt hatte Orbán seine anfängliche Zurückhaltung aufgegeben und unterstützte die Partei nun offen. Er sagte: „[V]ollkommen klar, dass die AfD die Zukunft ist” und kritisierte, dass zahlreiche europäische Regierungschefs den Kontakt zur AfD mieden. Im Mai 2025 sagte Weidel im Anschluss an ihre Rede auf der CPAC-Konferenz, dem Budapester Ableger der amerikanischen Conservative Political Action Conference, in einem Interview mit dem Alternativmedium Auf1, sie „halte ihn wirklich für ein ganz großes Vorbild” und […] sie „liebe Viktor Orbán!” Neben Weidel war die AfD unter anderem mit Alexander Jungbluth, Irmhild Boßdorf, Petr Bystron, Beatrix von Storch, Markus Frohnmaier, Dimitri Schulz, Martin Kohler und Rainer Rothfuß auf der CPAC vertreten. Auf der Konferenz ein Jahr später bezeichnete Weidel in ihrer Rede Orbán als „an unbreakable champion of freedom”. Im Oktober 2025 reiste sie auf Einladung der Denkfabrik „21st Century Institute”, die der damaligen Regierung nahesteht, erneut nach Ungarn. In ihrer Rede bezeichnete sie Ungarn als „Leuchtturm der Freiheit und Souveränität” und versprach: „Deutschland wird folgen”.
Auch andere führende AfD-Politiker*innen betonten die politische Nähe zu Ungarn. Björn Höcke würdigte Orbán 2022 als einen „der letzten Staatsmänner in Europa”. Tino Chrupalla sagte 2023, an Ungarn zeige sich, dass sich „eine interessengeleitete Politik jetzt schon in Europa verwirklichen lässt”, ein Anspruch, den man selbst verfolge.