Mobilisierungsgrad, Kampagnenfähigkeit und medialer Auftritt
Die AfD verfügt über eine Mobilisierungsfähigkeit, die sich auf mehreren Ebenen manifestiert.
Besonders deutlich zeigt sich die Mobilisierungskraft im digitalen Raum. Plattformübergreifend ist sie unter den deutschen Parteien die reichweitenstärkste Partei in den sozialen Medien (siehe oben F.I.4). Sie hat sich eigene Kanäle aufgebaut, die es ihr ermöglichen, Narrative unabhängig von klassischen Medien zu setzen und zu verbreiten. Ergänzt wird diese eigene Medieninfrastruktur durch Präsenz in sogenannten Alternativmedien. Diese Medienstrategie verschafft der AfD die Möglichkeit, ihre Botschaften zu kontrollieren, Gegennarrative zu etablieren und eine Parallelöffentlichkeit zu formen, in der extrem rechte Positionen als legitime Meinungen erscheinen.
Die Kampagnenfähigkeit der AfD zeigt sich außerdem in ihrem erfolgreichen Agenda-Setting. Migration steht seit Jahren im Zentrum der politischen Debatte — eine Schwerpunktsetzung, die maßgeblich von der AfD vorangetrieben wurde. Provokative Aktionen wie die „Abschiebe-Tickets”-Kampagne oder „DeutschlandRETTER24” erzeugen mediale Aufmerksamkeit und verschieben diskursive Grenzen (siehe oben A.III.1.a)cc)(4)). Punktuell hat die AfD bewiesen, dass sie in der Lage ist, ihre Anhängerschaft auf der Straße zu mobilisieren (siehe dazu F.II.1.e)).