Fazit: Verhältnis zum „Vorfeld"
Die AfD unterhält seit ihrer Gründung personelle Verbindungen zur außerparlamentarischen extremen Rechten. Die Analyse von vier zentralen Akteuren — der Identitären Bewegung (siehe oben G.I.1), dem Institut für Staatspolitik (IfS) um Götz Kubitschek (siehe oben G.I.2), dem Kampagnennetzwerk Ein Prozent (siehe oben G.I.3) und dem Medienunternehmen Compact (siehe oben G.I.4) — zeigt, dass diese Verbindungen alle Ebenen der Partei durchziehen. Neben Politiker*innen wie Björn Höcke oder Hans-Christoph Berndt, die das sogenannte Vorfeld offen als Teil ihrer politischen Arbeit begreifen, standen auch führende Bundespolitiker*innen im Kontakt mit neurechten Akteur*innen. So trat Alice Weidel beim IfS auf und gab wiederholt Interviews für Compact.
Wie die Parteiführung mit Verbindungen zur extremen Rechten umgeht, zeigt der Fall Martin Sellner — ehemaliger Sprecher der Identitären Bewegung Österreich —, der das Konzept ‚Remigration’ maßgeblich prägte. Trotz der Einstufung der AfD durch das Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch und der Gefahr eines Verbotsverfahrens beschränkte sich die Parteiführung auf eine formale Abgrenzung von Sellner: Parteioffizielle Veranstaltungen mit ihm wurden untersagt, informelle Kontakte hingegen ausdrücklich zugelassen und umgehend genutzt. Eine konsequente Abgrenzung vom außerparlamentarischen extrem rechten Milieu ist nicht zu erkennen.