Compact
Das Medienunternehmen Compact wurde 2010 gegründet. Es veröffentlicht unterschiedliche Publikationen und Formate, darunter die Monatszeitschrift „COMPACT — Magazin für Souveränität”
Inhalte und Entwicklung
Abschnitt betitelt „Inhalte und Entwicklung“Der Soziologe und Rechtsextremismusforscher Felix Schilk beschreibt Compact als „Scharniermedium” der neurechten und sogenannten alternativen Medienszene. Das Konzept von Compact bestehe daraus, „unterschiedliche politische Milieus durch strategische Themensetzungen, ein populistisches Framing sowie verbindende verschwörungsideologische Narrative zusammenzubringen und zu radikalisieren.”
Bis 2014 prägte eine antiimperialistische Sicht auf die internationale Politik die Inhalte. Die Titelthemen des Jahrgangs 2014 griffen „antiamerikanische, antizionistische und dezidiert pro-russische Talking Points”
Während der COVID-19-Pandemie versuchte Compact, als koordinierende Plattform verschiedener Protestbewegungen aufzutreten, indem es unterschiedliche Debatten miteinander verknüpfte. Mit der Verschwörungserzählung des Great Reset bündelt das Medium verschiedenste Krisenphänomene — von der Pandemie über die Energiewende bis hin zum Krieg gegen die Ukraine — in einer Metaerzählung.
Eine konstante Linie des Magazins ist die ausgeprägt pro-russische Haltung. Es erschienen sechs Titelbilder mit dem russischen ultranationalistischen Philosophen und Publizisten Aleksandr Dugin. 2014 veröffentlichte Compact in der ersten Ausgabe von „Compact Edition” übersetzte Reden des russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Gescheitertes Verbot
Abschnitt betitelt „Gescheitertes Verbot“Das Bundesverwaltungsgericht sieht Anhaltspunkte dafür, dass Compact die Menschenwürde verletze und gegen das Demokratieprinzip verstoße.
Das Bundesverwaltungsgericht stellte allerdings fest, dass sich der „Elsässer-Kreis” mit dem als menschenwürdewidrig eingestuften ‚Remigrationskonzept’ Martin Sellners identifiziere.
In zahlreichen Beiträgen vertrete Compact darüber hinaus „völkische Vorstellungen”.
Volk: Nicht Bevölkerung und nicht Gesellschaft. Der Begriff Volk bewahrt den ethnischen Kern unserer Gemeinschaft. Und er ist die Grundlage für Demokratie (= Volksherrschaft). Ausländer, Fremde: Dient der klaren Unterscheidung zwischen Menschen, die dieses Land mit aufgebaut und hier Wurzeln geschlagen haben, und bloßen Zugewanderten und Passdeutschen.
Nach Einschätzung des Gerichts beschreiben zahlreiche Beiträge Zugewanderte pauschal in abwertender Weise.
Fast alle Schwarzen, die sich auf den Seelenverkäufern von Rackete und Co. drängeln, sind junge, kräftige Männer, gestählt im Dschungel- und Straßenkampf. Die Armen, Kranken, Kinder und Alten haben sie zu Hause zurückgelassen oder führen sie lediglich als Staffage mit. In Rudeln stürzen sie sich zum Beutemachen auf unseren Kontinent, ihr erstes Opfer sind unsere Frauen.
Das Gericht stellte fest, dass sich die systematischen Herabsetzungen vor allem gegen Muslim*innen und Migrant*innen aus Afrika richteten.
Aus der Verbotsbegründung des Bundesministeriums des Innern geht zudem hervor, dass Beschäftigte von Compact, die Verbindungen zur NPD haben, unter Pseudonymen geführt werden.
Verhältnis zur AfD
Abschnitt betitelt „Verhältnis zur AfD“Elsässer betrachtet die AfD als Teil einer umfassenden politischen Bewegung. Auf der Compact-Konferenz im Januar 2017 veranschaulichte er die angestrebte Zusammenarbeit mit rechtsextremen und neurechten Akteur*innen durch eine Metapher: „Alle zusammen, in großer Einheit: Pegida, IB, AfD, Ein Prozent, COMPACT! Fünf Finger, alle kann man einzeln brechen, aber alle zusammen sind eine Faust!”
Compact fungiert für die AfD sowohl als mediales Sprachrohr als auch als politischer Unterstützer bei Wahlen. So veröffentlichte Compact-TV vor der Wahl in Sachsen 2024 ein Interview mit dem Spitzenkandidaten Jörg Urban und übertrug die AfD-Wahlparty aus Thüringen per Livestream, während die etablierte Presse keinen Zugang erhielt.
den Parlamentariern Grundlagenwissen in der Frage Realpolitik/Fundamentalopposition […] vermitteln, so dass sie Fallen und Verlockungen der Systemanpassung (die gerade keine Realpolitik ist) erkennen können.
Darüber hinaus sammelte Compact im Rahmen der Kampagne „Blaue Welle” Gelder für eine mobile Kundgebungsbühne; geplant waren insgesamt 90.000 Euro. Die Initiative sollte unter anderem den Europawahlkampf und die Landtagswahlkämpfe in Thüringen, Sachsen und Brandenburg unterstützen. Die AfD reagierte aus parteienfinanzierungsrechtlichen Gründen mit einer Unterlassungserklärung.
Auch bei weiteren Veranstaltungen von Compact traten AfD-Politiker*innen auf. Seit 2012 veranstaltete das Medium regelmäßig sogenannte Konferenzen.
Mehrere AfD-Funktionär*innen solidarisierten sich öffentlich mit Compact, nachdem das Bundesinnenministerium im Juli 2024 ein Verbot des Magazins verfügt hatte und Compact im anschließenden Eilverfahren erfolgreich war. Dazu zählt unter anderem Hans-Christoph Berndt, der auf X schrieb: „Das Establishment der BRD hält es mit Erich Mielke. Wir halten zu Compact! Jetzt erst recht!”
AfD-Politiker*innen treten wiederholt als Interviewpartner*innen von Compact auf. So gab beispielsweise Alice Weidel der Zeitschrift im April 2019 ein Interview unter dem Titel „Vom Brexit zum Dexit”