Russland
Die Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder und Bernard Weßels bescheinigen der AfD seit ihrer Gründung eine ausgeprägt russlandfreundliche Linie, die sich im Laufe der Zeit verstärkt habe.
Bereits 2015 reiste der damalige stellvertretende Bundessprecher Alexander Gauland auf Einladung des russischen Oligarchen Konstantin Malofejew nach St. Petersburg und traf dort den ultranationalistischen Philosophen und Publizisten Alexander Dugin. Frauke Petry besuchte 2017 in Moskau Duma-Abgeordnete sowie den Nationalisten Wladimir Schirinowski.
Auch die heutige Parteiführung hält Kontakte nach Russland aufrecht. Tino Chrupalla traf sich 2020 mit dem Außenminister Sergej Lawrow in Moskau; Alice Weidel reiste 2021 in die russische Hauptstadt.
Der AfD-Landesverband Bayern beschloss 2023 auf seinem Parteitag eine „Bayerische Dialoginitiative für Frieden in Europa”, die ein Ende der Waffenlieferungen an die Ukraine, die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland und die Intensivierung der Zusammenarbeit forderte.
Im November 2025 reiste Neuhoff nach Sotschi zu einer Konferenz.
Bereits im November 2024 reisten der Bundestagsabgeordnete Rainer Rothfuß und der bayrische Landtagsabgeordnete Ulrich Singer zu einer Konferenz nach Sotschi. Dort kam es zu einem Treffen mit Dmitri Medwedew, dem früheren russischen Präsidenten und aktuellen stellvertretenden Leiter des Sicherheitsrats. Medwedew ist dafür bekannt, Deutschland regelmäßig militärisch mit dem Einsatz von Panzern und Raketen zu drohen. Heimlich mitgereist war auch der Europaabgeordnete Maximilian Krah, der sich mit Vertrauten des prorussischen ukrainischen Politikers Viktor Medwedtschuk traf.
Die Reisen nach Sotschi sind in der Partei umstritten. Nach der Reise 2024 hatte es in der Fraktion scharfe Kritik gegeben. Rothfuß wurde nach seiner Rückkehr in einer Sitzung der Bundestagsfraktion deutlich abgestraft.