Die Wahlergebnisse der AfD zeigen, dass sie sich in Deutschland kontinuierlich als eine der stärksten politischen Kräfte etabliert hat. Bei der Bundestagswahl 2013 verfehlte die AfD mit 4,7 Prozent noch die Fünf-Prozent-Hürde; 2017 erzielte sie 12,6 Prozent (94 Sitze), 2021 10,4 Prozent (83 Sitze) und 2025 20,8 Prozent (152 Sitze) und wurde so die zweitgrößte Fraktion. Auf Länderebene ist die AfD seit 2014 in alle Parlamente eingezogen; in Bremen sitzt sie nicht in Fraktionsstärke, sondern nur mit einem Abgeordneten. Lediglich in Schleswig-Holstein ist sie aktuell nicht vertreten (siehe oben F.I.2). Im Europaparlament ist die AfD mit 15 Abgeordneten vertreten. Sie steigerte ihr Ergebnis seit 2014, als sie das erste Mal ins Europaparlament einzog, kontinuierlich (siehe oben Teil 1 F.I).
Besonders ausgeprägt ist die elektorale Stärke in den ostdeutschen Bundesländern. Bei der Landtagswahl Thüringen 2024 erzielte die AfD 32,8 Prozent und stellt die stärkste Fraktion. Bei der Bundestagswahl 2025 erhielt die AfD in den ostdeutschen Bundesländern zwischen 32,5 Prozent (Brandenburg) und 38,6 Prozent (Thüringen) der Zweitstimmen. Umfragen zu den Landtagswahlen im September 2026 zeigen die AfD in Mecklenburg-Vorpommern bei 36 Prozent (Stand Juni 2026) und in Sachsen-Anhalt bei 42 Prozent (Stand Juni 2026). Die Partei ist damit auf dem Weg, in weiteren ostdeutschen Bundesländern stärkste politische Kraft zu werden und hat jedenfalls in Sachsen-Anhalt sogar Aussicht auf eine absolute Mehrheit.
Diese Wahlergebnisse verschaffen der Partei in den jeweiligen Parlamenten Fraktionsstärke und damit umfangreiche parlamentarische Rechte. Außerdem hat sie konkrete Aussichten auf Regierungsbeteiligung.
Der Jurist Hendrik Cremer verweist in seiner 2023 veröffentlichten Analyse „Warum die AfD verboten werden könnte” außerdem auf einen Gesichtspunkt, der über Wahlergebnisse hinausgeht: Bereits die Erlangung von Macht auf kommunaler Ebene erzeuge Normalisierungseffekte, „die sich möglicherweise nicht mehr aufhalten” ließen.