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Einleitung

Die Neue Rechte ist eine extrem rechte Strömung, die in den späten 1960er Jahren entstand und eine metapolitische Strategie verfolgt. Diese basiert auf einer Adaption der gramscianischen Theorie der „kulturellen Hegemonie” — insbesondere verbreitet durch den neurechten Autor Alain de Benoist unter dem Begriff „Kulturrevolution von rechts”. Ziel ist nicht allein die Eroberung der Parlamente, sondern zunächst die Einflussnahme auf den vorpolitischen Raum der Kultur und Zivilgesellschaft. Wer dort die öffentliche Meinung prägt, schafft die Voraussetzungen für spätere politische Macht. Dabei sind politischer und vorpolitischer Raum nicht strikt voneinander zu trennen. Der Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich schreibt auf seiner Website, dass die AfD im realpolitischen und das Vorfeld im vorpolitischen Raum wirke. Beide müssten „sich nicht zwingend in allem einig sein”, arbeiteten jedoch „verzahnt und kooperationsorientiert” auf ein gemeinsames Ziel hin: „Politik für die Interessen des deutschen Volkes.” Das Vorfeld beschreibt er als Zusammenhang aus Akteur*innen, die den „kulturell-weltanschaulichen (=metapolitischen) Horizont” prägen.

Diese Verzahnung nutzt beiden Seiten: AfD-Politiker*innen erhalten Zugang zu reichweitenstarken Medien, über die sie ihre Inhalte verbreiten können. Das außerparlamentarische Umfeld wiederum gewinnt exklusive Inhalte für seine Medienportale und Einfluss auf die Politiker*innen der Partei. Zudem sichern sie sich durch ihre Anstellung bei AfD-Politiker*innen institutionell und finanziell ab (dazu unter D.II.2).

Für wie gewinnbringend diese Verbindungen teilweise angesehen werden, zeigt eine Aussage von Maximilian Krah nach seiner Wahl zum EU-Spitzenkandidaten 2023. Er führte seinen Erfolg maßgeblich auf die Unterstützung von Götz Kubitschek und Ellen Kositza zurück:

Sie haben immer gestanden, Sie hatten die richtigen Hinweise, Sie haben die richtigen Ratschläge gegeben — ich wäre nicht Spitzenkandidat ohne Ihrer beider Hilfe.

Noch direkter zeigt sich die Verflechtung im Fall von Hans-Christoph Berndt, der vor seiner politischen Tätigkeit Sprecher des asylfeindlichen Vereins Zukunft Heimat war. Zukunft Heimat organisierte Demonstrationen, die sich gegen Schutzsuchende und Ausländer*innen richteten.

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