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Fazit: Gegenwärtige Machtzentren

Der Bundesvorstand und Fraktionsvorstand sind von Personen mit radikalen Positionen dominiert. Die ostdeutschen Landesverbände stellen in beiden Gremien gemessen an ihrer Mitgliederzahl einen überproportional hohen Anteil; dies gilt in einem geringeren Maß auch für die Bundestagsfraktion. Ehemalige Funktionär*innen der radikalen Jungen Alternative besetzen zentrale Positionen in Bundesvorstand, Fraktionsvorstand und auf Landesebene. Ein öffentlich sicht­bares Gegengewicht zu dieser Ausrichtung existiert nicht mehr (siehe oben C.I).

Die personellen Machtzentren der Partei verstärken diesen Befund. Alice Weidel und Tino Chrupalla führen sowohl den Bundesvorstand als auch die Bundestagsfraktion. Weidel vertritt seit Beginn ihrer Parteikarriere extrem rechte Positionen und arbeitet im Verlauf zunehmend offen mit dem völkisch-nationalistischen Lager zusammen. Chrupalla gelangte mit Unterstützung des ehemaligen „Flügels” an die Parteispitze, hat diesen Rückhalt jedoch verloren. Die Doppelspitze bildet damit keinen Ausgleich zwischen verschiedenen Parteiströmungen ab, sondern repräsentiert eine Führung, die ihrerseits mit dem extrem rechten Spektrum zusammenarbeitet (siehe oben C.II.1).

Der Personenkreis um Münzenmaier ist derzeit das einflussreichste informelle Netzwerk innerhalb der Partei. Seine Mitglieder vertreten radikale Positionen und pflegen persönliche Kontakte in die außerparlamentarische extreme Rechte (siehe oben C.II.2). Zudem stimmen sie sich mit dem Lager um Höcke ab. Dieser verfügt in Thüringen über eine feste Machtbasis (siehe oben C.II.3).

Die ostdeutschen Landesverbände haben die inhaltliche Ausrichtung der AfD maßgeblich geprägt. Die überproportionale Repräsentation der ostdeutschen Funktionär*innen in den Führungsgremien und ihre anhaltend starken Wahlergebnisse verschaffen ihnen innerparteilich Gewicht. Auch große westdeutsche Landesverbände wie Bayern und Baden-Württemberg vertreten inzwischen extrem rechte Positionen (siehe oben C.III).

Keines der untersuchten Machtzentren steht für eine gemäßigte Strömung innerhalb der AfD. Die formale Führung, die informellen Netzwerke und die dominanten Landesverbände weisen vielmehr in den Kernthemen der Partei eine in weiten Teilen übereinstimmende inhaltliche Ausrichtung auf. Innerparteiliche Korrektive, die in früheren Phasen der Parteigeschichte noch vorhanden waren, bestehen nicht mehr.

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