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Rassemblement National

Der Rassemblement National (RN) wurde 1972 als Front National gegründet und durchlief seitdem einen Wandlungsprozess. Unter Marine Le Pen, die 2011 den Parteivorsitz von ihrem Vater Jean-Marie Le Pen übernahm, verfolgt die Partei eine Strategie der dédiabolisation (Entteufelung). Ziel ist es, das Image zu modernisieren und Regierungsfähigkeit zu demonstrieren. Hierfür distanziert sich die Partei von offen antisemitischen Funktionsträger*innen. Die restrikti­ven Positionen in der Migrations- und Religionspolitik blieben hingegen be­stehen. Die Strategie wirkte sich unmittelbar auf das Verhältnis zur AfD aus.

Während AfD-Gründer Bernd Lucke 2013 eine Kooperation mit dem Front National noch ausschloss, suchte Frauke Petry 2017 bereits die Annäherung an Marine Le Pen. Seit 2019 gehörten beide der Fraktion Identität und Demokratie (ID) im Europaparlament an — eine Zusammenarbeit, die erst 2024 endete.

Nach der Correctiv-Recherche zum Treffen in Potsdam stellte Le Pen erstmals öffentlich die Beendigung der Zusammenarbeit in Aussicht und erklärte, sie sei „mit dem Vorschlag, der im Rahmen dieses Treffens diskutiert worden sein könnte, überhaupt nicht einverstanden”. Le Pen forderte, dass die AfD sich vom Konzept ‚Remigration’ distanziere. Weidel kam der Forderung nicht nach und spielte die Situation als Kampagne gegen die AfD runter. Den entschei­den­den Bruch markierten im Mai 2024 die SS-relativierenden Äußerungen von Maximilian Krah gegenüber der Zeitung La Repubblica. In der Folge initiierte der RN den Ausschluss der AfD-Delegation aus der ID-Fraktion.

In Frankreich existiert eine weitere Partei, die keine Berührungsängste gegenüber der AfD hat: die islamfeindliche Reconquête von Éric Zemmour. Am Wahlabend der Bundestagswahl 2025 war Zemmour zu Gast bei der AfD. Ein Teil der vom RN ausgeschlossenen Mitglieder trat der Reconquête bei. Der Name ist programmatisch: Reconquête ist eine bewusste Anspielung auf die Reconquista-Symbolik der Identitären Bewegung. Die Partei spricht weite Teile der rechtsextremen Anhängerschaft von Marine Le Pen an und gewinnt Zuspruch bei Wähler*innen der traditionellen Rechten.

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